Schnell aus der Belastung herauskommen

Du denkst, es ist schon zu spät.

Fertig mit den Nerven. Total erschöpft. Und unendlich müde. So müde, dass jeder Schritt zum Kraftakt wird, als würdest du Schwergewichte an deinen Beinen tragen. Und das schon seit Tagen. Morgens wirst du nicht richtig wach. Und könntest ab nachmittags schlafen gehen. Sehnst dich nach Ruhe.

Du fragst dich: Wie komme ich hier wieder heraus, und zwar möglichst schnell?

Deine Frage führt dich leider in die Irre, das muss ich dir jetzt sagen. Denn der einzige Weg, da herauszukommen, ist nicht gegen die Erschöpfung zu arbeiten, sondern mit ihr. Sie anzuerkennen. Die Last. Die Gewichte, die an deinen Beinen, auf deinem Rücken hängen und dich niederdrücken. Zu sehen, dass sie da sind. Und ihre Berechtigung haben. Sie nicht zu ignorieren, zu überfahren, sie auszublenden, abzuschalten, zu unterdrücken oder was auch immer dir da noch einfallen mag.

Du gehst durch die Erschöpfung hindurch. Ja, du darfst jetzt erschöpft sein, denn was du erlebt hast, war und ist erschöpfend. Es hat dich mitgenommen. Es war schwer für dich.

Gönn dir die Ruhe. Schlafe. Spaziere. Nimm dich raus aus allem, was Druck macht. Finde deinen Atemrhythmus. Erkenne an, wie es dir geht. Dass die Meditation nicht funktioniert. Du die Lebensfreude nicht wie sonst herbeirufen kannst. Da ist nur ein schwarzes Loch, das gähnt und dich auslacht. Wie konnte es so weit kommen? Die Gedanken kreisen. Wann wird es endlich wieder besser, wann habe ich wieder mehr Energie?

Wenn du dich traust, zu sein, wie du wirklich bist, und wie du dich wirklich fühlst. Wenn du verstehst, dass du jetzt die Ruhe brauchst, um heilen zu dürfen. Dass dir die Gespräche zustehen. Dass es dir guttut, mal nicht zu arbeiten. Nichts zu tun. Du darfst dir jetzt den Raum und die Zeit dafür nehmen. Denn du bist angeschlagen und sollst dich gut versorgen, solange, bis es dir besser geht.

In diesem Zustand völliger Kraftlosigkeit, vielleicht Verzweiflung und Unsicherheit, findest du den Zugang zu deiner Kraftquelle. Wenn du dich ganz darauf einlässt, dass du jetzt kraftlos sein darfst. Dass es verständlich ist, dass dir die Zukunft Angst macht. Dass da Gefühle auftauchen, die du lieber nicht fühlen möchtest. Zulassen, was in dir ist. Zulassen, wer du wirklich tief im Inneren bist. Dir selbst zuhören. Mitgefühl ist der Schlüssel, um wieder in deine Kraft zu kommen. Mitgefühl und Verständnis für dich. Wärme und Wohlwollen. Lehne dich an, ruhe dich aus. Mach eine Pause. Regeneriere dich.

Rechtzeitig auf die Signale achten

Noch während du wie ein Superheld den Tag rockst, tippt dich hin und wieder deine Intuition an und sagt: “Du weißt schon, dass du gerade nur noch funktionierst? Meinst du nicht, du brauchst mal eine Pause? Irgendwann wird das zu viel. Heute Abend bist du bestimmt wieder erschöpft.”

Du lässt ihre Worte an dir vorbeischweben. Denn in dir regiert der Wille: Ich habe mich dafür entschieden, jetzt bringe ich es auch zu Ende. Ja, ich funktioniere. Die Pause würde mir guttun, aber ich schaffe es auch ohne. Ich kann noch einiges verkraften.

So vergehen die Tage, wohlwissend, dass du dich mehr und mehr belastest.

Irgendwann aber kommt der Punkt, an dem du erkennst: Entweder ich höre jetzt damit auf, oder das wars.

Was kannst du dann tun, um der Belastungsfalle zu entkommen? Von heute auf morgen nichts mehr tun? Wer soll dann die ganzen Aufgaben erledigen, ohne die hier nichts mehr laufen würde?

  1. Spüre. Wenn du die Last, deren Gewicht, auf deinem Rücken spürst, wirst du sie ernst nehmen.

  2. Setze Grenzen, wenn es anfängt wehzutun. Gehe nicht über deine Grenzen hinaus. Höre auf, wenn du Widerstand in dir mitbekommst, so klein er auch sein mag. Das ist dein innerer Warnhund, der ziemlich genau weiß, wann es Zeit ist, aufzuhören. Auch wenn da noch etwas liegengeblieben ist. Auch wenn das Konsequenzen nach sich ziehen könnte.

  3. Die Welt geht nicht von heute auf morgen unter, schon gar nicht deswegen. Überlege dir, was im schlimmsten Fall passieren würde, wenn du jetzt einfach mal zur Ruhe kommst. Wäre das wirklich so unerträglich?

  4. Was würdest du durch die Ruhe und Pause gewinnen? Schreibe es dir auf.

  5. Wie kannst du ab sofort Prioritäten setzen, um dir weniger vorzunehmen?

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Warum du klar sehen musst, um kraftvoll zu handeln